Wenn man etwas vor hat, von dem man anfangs nicht so recht weiß, wie es ablaufen oder enden wird, dann tut man das „ins Blaue“ hinein. Genau darauf haben sich acht Sportfreunde im Rahmen des „Sportkalenders“ der SG Saarmund am Sonntag, den 21. Juni 2026, also einen Tag nach „Mittsommer“ eingelassen.
Nein, tatsächlich waren es nur sieben, denn der achte im Bunde, nämlich unser Horst G., wusste ja als Einziger Bescheid. Obwohl er natürlich direkt vor Antritt der Fahrt mit diesbezüglichen Fragen geradezu „gelöchert“ und mit diversen Finten zur Preisgabe seines Geheimnisses animiert wurde, war außer einem Schulterzucken absolut nichts aus ihm heraus zu bekommen. Kein Wunder, denn als passionierter Angler ist ihm stundenlanges Schweigen nicht fremd. Einziger bekannter Programmpunkt war ein gemeinsames Picknick.

Da wir zur Zeit wieder von einer Hitzewelle mit weit über 30° C heimgesucht werden, äußerten alle nur den Wunsch, dass es bitte Irgendetwas mit Wasser werden solle, womit allerdings ganz sicher nicht Angeln gemeint war. Als Horst als ersten Fahrabschnitt:„.. über Langerwisch nach Michendorf“ nannte, konnte man damit noch nicht allzu viel anfangen. Als wir dann in Michendorf auf die „Flottsteller Straße“ einbogen und dieser sowie dem sich anschließenden, schier endlos langen Waldweg folgten, konnte man, sofern nicht mit völliger Orientierungslosigkeit geschlagen, erahnen, dass es in Richtung Schwielowsee ging. Allerdings mussten fast alle zugeben, „hier“ noch nie gewesen zu sein. Als sich dann endlich der Wald lichtete und sich die ersten Häuser einer Ortschaft zeigten, die sich als Teil der Gemeinde Caputh erwiesen, hatten wir dann auch direkt den Eindruck einer „Fahrt ins Blaue“.
Über uns hatte sich nämlich unvermittelt dunkelblaues Gewölk zusammengeballt, welches entgegen aller Wetterprognosen nichts Gutes erwarten ließ. Rufe wie: „Habe keine Regenjacke dabei!“ und „Wollen wir uns nicht lieber unterstellen?!“ hatten Host wohl dazu bewogen, zunächst seinen Plan zugunsten des Allgemeinwohls geringfügig zu ändern. Also fuhren wir nach Caputh hinein in Richtung Fähre, um dort für die Dauer des drohenden „Unwetters“ Unterschlupf in einer Gaststätte zu finden.
An einem Sonntag um 10.30 Uhr in Caputh kein guter Plan.
Zwar herrscht an Gasthäusern kein Mangel, aber die sind frühestens ab 11.30 Uhr geöffnet. Da der stark auffrischende Wind unmissverständlich davon kündete, dass in Kürze das „Inferno“ über uns hereinbrechen würde, musste eine Lösung her. Der von einer unserer Sportfreundinnen angeflehte Wirt des Ristorante Pizzeria „Portofino“ zeigte ein Herz und gestattete uns, trotz noch geschlossener Gaststätte auf seiner überdachten Terrasse Platz zu nehmen und gerne auch das eine oder andere Getränk zu bestellen. Natürlich würden wir dann auch gleich zum späteren Essen bleiben können. Eine klassische Win-Win-Situation!
Als dann tatsächlich ein leichter Regen einsetzte, war ein jeder von uns schon mit einem Kaltgetränk versorgt. Der Wirt fragte zwischendurch auch unaufdringlich nach, ob noch weitere Getränkewünsche bestünden. „Natürlich“, denn der Regen rauschte noch leise vor sich hin und gemütlich war es auch.
Dann fiel der Satz, der wohl in Horst die Erkenntnis reifen ließ, dass die „Fahrt in Blaue“ hier zumindest ihr vorläufiges Ende gefunden hatte: „Die Küche ist jetzt offen!“ Allein die Höflichkeit verlangte förmlich, dass man jetzt nicht einfach gehen konnte. Das wollte auch niemand! Aber als dann alle gut gegessen und gezahlt hatten, verabschiedeten wir uns gegenseitig mit Worten ehrlicher Dankbarkeit. Da es bereits auf 13.30 Uhr zuging und sich der Wunsch nach „Wasser“ zwar anders, als ursprünglich gedacht, irgendwie erledigt hatte, beschlossen wir, auf der Uferchaussee nach Potsdam zu fahren und hier im Insellokal „Alter Tornow“ noch eine kleine Kaffee-Pause einzulegen.
Horst trug diese Planänderung mit Fassung, denn am Ende war es wieder ein tolles Gemeinschaftserlebnis. Einziger Wermutstropfen: Aus dem geplanten Picknick wurde nichts, obwohl Horst so tolle Buletten dabei hatte…
Hartmut Rabenalt
SG Saarmund