Experiment in den Glindower Alpen – SG Saarmund im Blüten-Rausch

Bei dieser Überschrift erscheint es angemessen, einige erklärende Worte vorauszuschicken.

Als Blütenrausch bezeichnet man eine überwältigende Fülle, Pracht oder ein Meer von Blüten während der Hauptblütezeit im Frühjahr. Der Begriff beschreibt ein intensives, farbenfrohes Naturerlebnis, das alle Sinne anspricht. Er wird synonym für Blütenpracht, Blütenmeer oder Blütenzauber verwendet.“

Lässt man allerdings die Blüten weg, bleibt allein ein „Rausch“ übrig.

Der Rausch wiederum ist ein vorübergehender psychischer Ausnahmezustand, gekennzeichnet durch gehobene Stimmung, Enthemmung oder Euphorie, verbunden mit einer Trübung des Bewusstseins, eingeschränkter Wahrnehmung und oft auch mit kognitiven Störungen. Er entsteht meist durch Konsum psychoaktiver Substanzen (Alkohol, Drogen, besondere Düfte) oder durch intensive Erlebnisse (Tanz, Musik, Extremsport).“

Na, das kann ja heiter werden!

Am Sonntag, den 26. April 2026 haben sich nämlich 12 wagemutige Saarmunder Volkssportler mit dem Besuch des 147. Werderaner Baumblütenfestes zum wiederholten Mal wissentlich einem Selbsttest unterzogen, denn eben dieses alljährliche Ereignis ist ja in der Vergangenheit des öfteren gerade wegen diverser Rauschzustände seiner Besucher in die Schlagzeilen geraten. Welche Art Rausch das genau war, wollten wir dabei herausfinden.

Mit dem Fahrrad ging es bereits um 9.00 Uhr ab „Markt“ Saarmund über Potsdam-Sanssouci und Wildpark-West nach Werder. Obwohl es unterwegs besonders an den Händen noch empfindlich kalt war, handelte es sich keinesfalls um Extremsport und niemand verfiel in einen Rauschzustand. Am Bahnhof Werder angekommen, erwarteten uns bereits mehrere Busse, die für die so genannte „Blütenrundfahrt“ bereit standen. Man kauft für 10,- EUR ein Ticket und kann, so man Zeit und Muße hat, den ganzen Tag lang insgesamt 19 Höfe mit sehr malerischen Namen in den Glindower Alpen besuchen, wobei natürlich die Gefahr eines Rausches mit der Verweildauer auf den Höfen explizit steigt.

Dabei gab’s den Blütenrausch in diesem Jahr tatsächlich und das auch noch gratis, den berauschenden Obstwein und andere Köstlichkeiten lassen sich die Obstbauern allerdings bezahlen! Da die meisten Saarmunder selbst mindestens einen Obstbaum im Garten haben, war natürlich für uns der „gekaufte Rausch“ von deutlich größerem Interesse. Nach relativ kurzen Stippvisiten auf zwei Höfen haben wir uns schließlich auf der „Blütenwiese Pink & Pretty“ niedergelassen, um bei herrlichem Sonnenschein und Live-Musik aus mehreren Jahrzehnten unseren Anteil am 2026er Obstwein zu genießen, wobei die „Schwarze Johanna“ wohl der Favorit unter den Kaltgetränken war.

Und, was ist mit dem Rausch? Nun ja: Eine gehobene Stimmung (siehe oben!) war sehr deutlich an der Tatsache feststellbar, dass einem die alten Schlagertexte wieder einfielen und in einer Art aufkommender Euphorie lautstark mitgesungen wurden. Enthemmte Zustände jedoch waren- zumindest bei uns Saarmundern – nicht feststellbar, denn wir mussten ja noch mit den Fahrrad zurück nach Hause.

Über Baumgartenbrück und die Caputher Fähre schafften wir auch diese 20 Kilometer und kamen gegen 18.00 Uhr wieder wohlbehalten in Saarmund an, wo wir uns in „Rocco’s Pizzeria“ noch eine abendliche Stärkung könnten.

Einhelliges Fazit: Experiment gelungen!

Hartmut Rabenalt

Saarmund