Also: Wer hätte das gedacht? Die Volkssportler der SG Saarmund wandeln nämlich mit Ihrem alljährlichen Bowling-Event im Monat März auf historischen Pfaden!
Glaubt Ihr nicht? Na, dann schaut doch mal zu „Wikipedia“, denn die wissen alles!
Schon die antiken Ägypter vergnügten sich demnach bereits 3500 v. Chr. bei einem Vorläufer des Kegelspiels. Das muss denen so einen Spaß gemacht haben, dass es sich später über Griechenland und Rom über den Limes hinweg bis nach Germanien verbreitete. Die sogenannten „Barbaren“ warfen allerdings noch mit Steinen nach Knochen. Erst im frühen Mittelalter kam man auf die Idee mit der Kugel und dann ging’s aber auch gleich so richtig zur Sache. Kaum eine Kirmes oder ein Jahrmarkt, wo man fortan nicht diesem Vergnügen frönte, wobei es weniger um den sportlichen Ehrgeiz, als vielmehr um das Abschließen von Wetten ging. Sehr zum Leidwesen der „Obrigkeit“!


Aber sogar hinter Klostermauern konnten sich die Mönche nicht dem Reiz dieses Spiels entziehen. Sie bezeichneten es allerdings – aus heutiger Sicht politisch absolut inkorrekt – als „Heidentöten“. Als es dann in Europa langsam zu voll wurde und viele ihr Glück in Amerika zu finden hofften, setzen besonders deutsche und niederländische Auswanderer im „Neuen Land“ diese schöne Spiel-Tradition fort. Aber: Es kam wie es kommen musste! Oft – so kannten es noch viele Immigranten aus ihrer Heimat – ging es beim Kegeln um hohe Wetteinsätze.
Existenzgefährdende Verluste, Betrügereien und Schlägereien waren die Folge. Alles wie gehabt! In Connecticut in den USA wurden 1837 entsprechende Konsequenzen gezogen: Das Spiel auf neun rautenförmig angeordnete Kegel wurde verboten! Aber auch hier machte die Not erfinderisch: Fortan stellte man einfach 10 Kegel auf, nannte diese „Pins“ und ordnete sie im Dreieck an. Das „Bowling“ war erfunden!


Ich möchte an dieser Stelle aber betonen, dass es den 13 Sportfreunden, die sich am Sonntag, den 22. März 2026, nach kurzer Zugfahrt im „Märker-Bowling“ in der Potsdamer Pirschheide einfanden, nicht um das Abschließen von Wetten, sondern einzig um das möglichst präzise Werfen von ziemlich schweren Kugeln (Bällen) auf einer nicht wirklich breiten, aber „sauglatten“ Bahn ging, um möglichst viele der in 60 Fuß Entfernung aufgestellten 10 Pins umzuwerfen. Im Idealfalle zehn auf einen Streich!
Das ist nicht leicht, aber es waren nach nunmehr etlichen Jahren Sportkalender fast nur „Alte Hasen“ am Start, wobei die Betonung wirklich auf „ALT“ liegt, denn bis auf wenige Ausnahmen waren alle im Rentenalter. Wie gesagt, es ist ja auch ein sehr, sehr alter Sport…
Wir spielten je 2 Frames auf 2 Bahnen und nach 2 Stunden gab es eine sehr deutliche Siegerin, deren Namen aber auf eigenen Wunsch hier nicht genannt werden soll. Dieser erinnert aber an ein possierliches, gesellig lebendes, kleines Raubtier aus den Trockensavannen Afrikas und bringt uns somit fast wieder an den Ausgangspunkt dieser Geschichte zurück. Beim ausgiebigen gemeinsamen Essen im Restaurant der Bowlingbahn blieb wohl kaum ein Wunsch offen und auch mit dem Regionalzug zurück nach Saarmund klappte alles wie am Schnürchen.
Das machen wir bestimmt mal wieder, jede Wette!
PS: Am 26.April fahren wir mit dem Rad zum Baumblüten-Fest nach Werder.
Treffpunkt: 9.00 Uhr Am Markt Saarmund. Wer also Lust hat…
Hartmut Rabenalt
SG Saarmund